Die wichtigste Verletzungsarznei, die in jede Taschenapotheke, Autoapotheke, Erste-Hilfe Kasten etc. gehört, ist Arnica montana C 200, der Bergwohlverleih. Das Mittel muss aber, um effizient zu wirken, in Hochpotenzen verabreicht werden, also C 200 oder noch höher. Verletzungen, wo Quetschung, Stoß, Hämatombildung eine Rolle spielen und wo mit kräftigen Blutergüssen zu rechnen ist. Autounfälle, Verletzungen im Fußball, Eishockey, Schädelverletzungen, Gehirnerschütterung...
Kleine Fallgeschichte: Auf dem Spielplatz fällt ein vierjähriger Bub von einer Rutsche aus ca. 1.80 Meter Höhe auf den festgestampften harten Boden, mit einer Wange voran. Er ist nicht bewusstlos, aber er klagt über Kopfschmerzen. Er erhält aus der Autoapotheke sofort Arnika in Hochpotenz (5 Globuli trocken auf die Zunge) das die Kopfschmerzen schnell beseitigt. Am nächsten Tag ist nicht einmal ein Bluterguss zurückgeblieben.
Schwere Stürze, auch bei alten Menschen; verstauchte Knöchel; Verletzungen des Gehirns und Gehirnerschütterungen; vor und nach Operationen, Zahnziehen, nach Geburten.
Es gibt auch die nette Geschichte von einem homöopathischen Arzt, der sich bei einem Unfall eine schwere Schädelverletzung zuzog. Sein erstes Wort, als er aus dem Koma erwachte, war: „Arnika.“
Bei manchen Menschen beginnt auch der Leidensweg nach einem Unfall oder einem Sturz: etwa Epilepsie oder chronische Kopfschmerzen nach Gehirnerschütterung oder Kopfverletzung, auch wenn der Unfall Jahre zurückliegt. „Seit jenem Autounfall vor drei Jahren habe ich dauernd Schmerzen...“
Unser
Mittel hätte aber auch seinen Platz in der Katastrophenmedizin:
Erdbebenopfer, Verschüttete, Opfer von Terroranschlägen wie etwa im World Trade
Center. Die Arznei hat auch eine psychische Wirkung auf Todesangst,
Panik und Schock.
Bitte aber unbedingt beachten: Keine Bagatellverletzungen wie etwa kleine Schnittwunden oder harmlose Kratzer mit Arnika-Hochpotenzen behandeln.
Hier sei noch erwähnt, dass
die klassische Homöopathie auch wirkungsvolle Mittel zur Verfügung hat bei Tumoren
(sowohl gutartiger als auch bösartiger Natur) die als Folge von
Verletzungen entstehen. Die beiden wichtigsten Arzneien sind Conium
maculatum und Bellis perennis (etwa Tumoren der weiblichen
Brust entstanden durch Schlag oder Stoß. Der große englische Homöopath BURNETT
hat mit Bellis viele derartige Tumorpatienten geheilt).
Handelt
es sich um Schnittwunden, Verletzungen des Zahnfleisches durch den
Bohrer beim Zahnarzt, Dehnungsoperationen, Schmerzzustände nach transurethralen
(durch die Harnröhre) Prostataoperationen, wobei die Schmerzen scharf und
stechend sind: Delphinum Staphisagria C 30.
Für
Hautabschürfungen und Rissquetschwunden empfiehlt sich eine Calendula-Salbe.
Nervenverletzungen verlangen als Heilmittel Hypericum perforatum C 30. Verletzungen von nervenreichem Gewebe, wie etwa der Fingerspitzen, dabei schießende Schmerzen entlang der Nervenbahnen. Steißbeinverletzungen und davon herrührende Folgen, auch Atemstillstand nach Sturz. Amputationsschmerzen; frische Querschnittslähmungen.
Dosierung: Potenzen ab C 30 und C 200 verabreicht man in Einmalgaben von 5 Globuli.
Daher 5 Kügelchen trocken auf die Zunge geben, lutschen wie ein Bonbon; die Gabe nicht wiederholen, da Hochpotenzen eine sehr lange und tiefe Wirkung haben!
Achtung: Die Herbeiholung des Arztes darf nicht verzögert werden! Die üblichen Erste-Hilfe-Massnahmen müssen durchgeführt werden!