Zu meiner Person

 

Jahrgang 1958, Medizinstudium in Wien und anschließend Ausbildung zum praktischen Arzt. Intensive Beschäftigung mit der klassischen Homöopathie seit 1984, Diplom der Österreichischen Ärztekammer für komplementäre Medizin: Homöopathie.

 

Zur Homöopathie brachte mich Dethlefsens Buch „Schicksal als Chance,“ worin ihr einige Seiten gewidmet sind, und auch eigener Leidensdruck.

Für die Gesundheit meiner Angehörigen, meiner eigenen Gesundheit und meiner persönlichen Entwicklung war die Begegnung mit Hahnemanns Homöopathie  ein Glücksgriff. Ich verdanke ihr unendlich viel.

Leider werden die enormen Möglichkeiten dieser Heilmethode zumeist aus Unwissenheit viel zu wenig genützt. 

 

 

Warum ich Homöopath bin

 

Die klassische Homöopathie ist die faszinierendste und umfassendste Heilmethode, die ich kenne. Mir ist keine andere Therapieform bekannt, mit der so viele unterschiedliche Krankheiten – auch sehr schwere - erfolgreich behandelt und auch geheilt werden können. Das Spektrum reicht hier von einfachen akuten Erkrankungen wie Schnupfen, Husten, Fieber über chronische Erkrankungen wie Allergien und Migräne bis hin zu sehr schweren Zuständen wie etwa neurologischen Krankheiten oder Krebs. Ebenso sprechen psychische Probleme wie etwa Panikattacken, Schlafstörungen oder auch Entwicklungsstörungen bei Kindern sehr gut auf die homöopathische Therapie an. Sehr gut behandelbar ist üblicherweise die obstruktive Bronchitis, also das kindliche Asthma.

 

Ich kann als Arzt diese Therapie mit gutem Gewissen betreiben, da ich ihre Wirkung an mir selbst oft erprobt habe und auch meine Angehörigen ausschließlich homöopathisch behandelt werden, womit der Beweis erbracht ist, dass sogar in Österreich ein Überleben ohne Krankenschein möglich ist. Meine drei Kinder werden seit vielen Jahren ausschließlich homöopathisch behandelt  und sie sind gesund und haben auch keine Allergien. Mein Sohn litt an einer schweren obstruktiven Bronchitis, er wurde durch die Homöopathie davon geheilt. Gerade bei ihnen habe ich die segensreiche Wirkung der heilenden Arznei (des Konstitutionsmittels) immer wieder erlebt, denn zumeist braucht ein Patient ein- und dasselbe Mittel (sein Simillimum) über Jahre hinweg, in seltenen Gaben. Und wenn Kinder schon in frühen Jahren „ihre“ Arznei erhalten, so wirkt sich das doppelt positiv aus.

 

Die Schulmedizin hat es leider sehr erfolgreich geschafft, den Leuten einzureden, dass nahezu jede chronische Krankheit unheilbar sei egal ob es sich um Asthma, Bluthochdruck, Neurodermitis, Migräne, multiple Sklerose oder Rheumatismus etc. handelt. Der Patient ist gezwungen, stets Medikamente zu nehmen, hört er einmal auf damit, sind die Beschwerden wieder da und oft noch stärker als vorher.

Sollte es wirklich so sein, dass nahezu jedes chronische Leiden nicht heilbar ist?

Die klassische Homöopathie Hahnemanns lehrt uns seit 200 Jahren das Gegenteil, erfolgreiche homöopathische Behandlung von chronischen Krankheiten füllen ganze Bibliotheken. Jedes Jahr erscheinen viele homöopathische Fachzeitschriften, in denen geheilte Patienten vorgestellt werden, jedoch weiß davon nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten.

Für mich als Arzt ist es völlig unbefriedigend, nur Symptome hinwegzukurieren, etwa für eine Pollenallergie ein Antihistaminikum oder Cortison zu verschreiben mit der Gewissheit, dass die Beschwerden des Kranken in dem Augenblick wieder hervorbrechen, sobald er mit der Arzneieinnahme aufhört, spätestens aber im nächsten Frühjahr.

Auch die Allergie hat ihren Hintergrund, auf dem sie gedeiht, und dieser Boden ist die Psyche. Soll der Patient auf Dauer von seiner allergischen Veranlagung geheilt werden, ist es immens wichtig, welche Persönlichkeit hinter der allergischen Symptomatik steht, und vor allem, wo die Probleme liegen. Hinter der Allergie steht also eine Disharmonie in der Psyche. Die Allergie - wie jede andere Krankheit auch - ist ein Wegweiser, der auf das zugrundeliegende tiefere Problem hinweist. Ähnlich der aufleuchtenden Kontrolllampe, die uns darauf hinweist, dass etwas mit dem Motor nicht stimmt. Es wäre sehr töricht, diese zu ignorieren oder etwa ein Überdruckventil zu schließen, nur weil es pfeift....

 

Ich verstehe Krankheit als eine Wachstumsmöglichkeit der  Persönlichkeit. Krankheit ist ein Weg. Zu mehr Harmonie, wenn man die Symptome ernstnimmt und sich mit der wirklichen Ursache auseinandersetzt, in die entgegengesetzte Richtung aber, wenn man sich weigert, an sich zu arbeiten. Denn Krankheit fordert uns auf, an uns zu arbeiten. Sie will uns mitteilen, dass etwas nicht stimmt und was wir bis jetzt nicht bereit waren, zu lernen.

 

 Krankheit liegt immer ein persönlicher Konflikt zugrunde, eine Weigerung oder eine Unfähigkeit zu wachsen. Soll Krankheit erfolgreich behandelt werden, ist es unumgänglich notwendig, diese Persönlichkeitsprobleme zu lösen, da ansonsten kaum eine echte Heilung die Folge sein wird. Mit andere Worten: Die Arznei muss das Potential haben, auf die Psyche des Menschen zu wirken, und nicht nur das, sie muss auch imstande sein, das Unbewusste aufzubrechen und die Konflikte ins Bewusstsein zu heben bei einer konstanten Besserung der Krankheitsbeschwerden, was auch tatsächlich oft der Fall ist.

Hahnemann sprach hier von einer „größeren Gelassenheit des Gemüts“, der Mensch wird harmonischer und gelöster. Schlaf, Energie und Appetit normalisieren sich.

Das Prinzip der Homöopathie ist also aufdeckend, ein Leben in einer größeren Wahrheit. Dem diametral entgegengesetzt steht etwa die Wirkung des Cortisons –nämlich zudecken.

 

Immer wieder kommen Menschen in die Ordination, die trotz gesunder Lebensweise ganz erhebliche Beschwerden haben und auch oft genug sehr krank sind. Sie ernähren sich von Bioprodukten, sind nicht übergewichtig, rauchen nicht und trinken auch nicht, nehmen keine Drogen, sind sehr vernünftig, machen Sport und sind dennoch krank. Sie probieren mal diese Bioprodukte dann wieder jene und so ziemlich alles aus, was nur irgendwie als gesund gilt.

Nehmen natürliche Vitamine zu sich, haben oft genug auch eine psychotherapeutische Behandlung hinter sich, lesen viele Bücher und denken viel nach ...und schaffen es dennoch nicht, gesund zu werden.

 

Es hilft das gesündeste Leben nichts, wenn die Konstitution angeschlagen ist. Wenn man bestimmte Nahrungsmittel nicht verträgt, man eine Austestung hinter sich hat und die Allergie bestätigt ist, so heilt uns diese Wissen nicht. Man kann auch die Beschwerden vermeiden, indem man die auslösenden Nahrungsmittel meidet. Jedoch ist das noch keine Heilung, denn beim kleinsten Diätfehler sind die Probleme wieder da. Außerdem haben die Allergien die unangenehme Eigenschaft, sich zu vermehren. So ein Mensch ist sicher nicht gesund. Niemand ist gesund, wenn kleine Ursachen schon große Folgen haben, seien es Diätfehler, Bienenstiche, oder Menschen, die schon bei geringstem Zuglufteinfluss verkühlt sind oder die nur einen Schluck kalten Wassers trinken und schon Halsweh haben, oder auch, wenn man durch kleinste Kränkungen oder Zurechtweiseungen völlig aus der Fassung gerät... etc....Die richtig gewählte homöopathische Arznei ist imstande, diese konstitutionelle Störung zu beseitigen, das aber nur in einer sorgfältigen Kur.

Besonders profitieren Kinder von einer kompetenten homöopathischen Therapie, denn hier ist noch viel möglich, viel Spielraum und Flexibilität. Anders sieht es aus beim alten Menschen, wo die Therapie schon deutlich schwieriger ist. Immer wieder aber ist es für mich als Homöopathen deprimierend, wenn alte Menschen das erste Mal Hilfe bei der Homöopathie suchen und man stellt fest, dass sie jetzt, im Alter, schwerkrank, dieselbe Arznei brauchen die sie auch schon vor fünfzig oder mehr Jahren benötigt hätten. Vielleicht wäre ihr Leben dann anders verlaufen....

 

Die klassische Homöopathie stellt sowohl an den Arzt als auch an den Patienten hohe Anforderungen. Vom Arzt verlangt sie intensives langjähriges Studium, Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen, und auch eine hohe Verantwortungsbereitschaft. Vom Patienten, dass er seine Symptome genau schildert, Ehrlichkeit, auch was seine Ängste und seinen Charakter betrifft, den ehrlichen Wunsch, gesund zu werden, und vor allem auch den Mut dazu. Wichtig sind auch Vertrauen zum Arzt und Vertrauen in die homöopathische Heilmethode und Ausdauer, denn sonst wird er sehr schnell wieder die Therapie abbrechen, vor allem bei langjährigen chronischen Leiden. Da gibt es keine schnelle Heilung, mit Rückschlägen muss gerechnet werden.

Hahnemanns Leitspruch war „aude sapere“, wage es, weise zu sein. Er lebte diesen Spruch. Niemand, der Heilung will, wird um dieses Wagnis herumkommen.