Der Begriff Homöopathie kommt vom altgriechischen „homoion pathos“ und bedeutet „ähnliches Leiden.“ Was heißt, dass eine Arznei, die beim Gesunden bestimmte Symptome hervorruft, ähnliche Symptome beim Kranken heilt, wenn sie diesem in einer speziell aufbereiteten verdünnten und potenzierten Form verabreicht wird.
Chinarinde, ein altes, sehr bewährtes Mittel gegen Malaria
beispielsweise ist deswegen imstande, Malaria zu heilen, weil es beim Gesunden
malariaähnliche Symptome hervorruft, wie Hahnemann (1755-1843) in einem Experiment 1790 am eigenen Leib erfahren
hatte. Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt – simila similibus
curentur. Nun kann aber nicht nur Chinarinde den Menschen „vergiften“ d.
h. Krankheitssymptome hervorrufen, sondern viele andere heilkräftige
Arzneien auch. Jede Arznei ruft ein Vergiftungsbild hervor, das nur für
sie typisch und nicht austauschbar ist; um dann beim Kranken jene Krankheitszustände
zu heilen, die diesen Vergiftungssymptomen ähnlich sind. Also das Symptomenbild eines Kranken sollte mit dem
„Vergiftungsbild“ (Arzneimittelbild) einer Arznei zur Deckung gebracht
werden, dann erfolgt Heilung.
Homöopathische Arzneien werden entweder im
Verhältnis 1: 10 (Dezimalpotenzen) oder
1: 100 (Centesimalpotenzen) verdünnt und verschüttelt. Wurde bei
einer Arznei beispielsweise dieser Vorgang 30 mal wiederholt, so bezeichnet
man sie, wenn es sich um Dezimalpotenzen handelt
entweder als D 30, bei Centesimalpotenzen als C
30. Geschieht dieser Vorgang 200 mal, so erhalten wir entweder eine
D 200 oder eine C 200.
Und jetzt etwas völlig Paradoxes: Je
höher eine Arznei potenziert ist, je größer die Zahl ist,
die hinter dem Großbuchstaben (D oder C) steht, desto besser, tiefer
und länger wirkt sie!
Man nennt diese hochpotenzierten Arzneien auch
Hochpotenzen, sie werden in Einzelgaben verabreicht. Keinesfalls
darf man sie fortlaufend (täglich) geben. Eine einzige Gabe wirkt hier
oft viele Wochen!!!
Wichtige Charakteristika der klassischen Homöopathie:
· Ausführliches Erstgespräch (Erstanamnese), Dauer ca. 11/2 Stunden. Der Arzt muss den Patienten gründlich kennenlernen, da die Arznei nicht nur auf die Beschwerden, sondern auch auf den Persönlichkeitstyp passen muss (Konstitutionelle Therapie).
· Es wird stets nur eine einzige Arznei verabreicht, keine Mischungen.
· Verordnungen nach dem Ähnlichkeitsprinzip.
· Die Heilung folgt bestimmten Gesetzmäßigkeiten, den sogenannten „Heringschen Regeln,“ welche besagen, dass sich unter einer heilenden Therapie die Symptome vorübergehend nach außen, auf Haut und Schleimhäute verlagern, um dann abzuklingen.
Homöopathisch
gut behandelbar ist vieles, was mit einem „Damit müssen Sie leben“ abgetan
wird. Hier ein kleiner Überblick über erfolgreiche Behandlungen
aus der homöopathischen Fachliteratur: Phobien, Panikattacken, Depressionen, Geisteskrankheiten,
Essstörungen, Schlafstörungen, Lungenentzündung, Melanom,
Lymphdrüsenkrebs, Neurodermitis, Asthma, vor allem kindliches Asthma,
Bronchitis, Allergien, Menstruationsstörungen, Schwangerschaftserbrechen,
Unfruchtbarkeit, Kopfschmerzen und Migräne, rheumatische Erkrankungen,
chronische Ermüdungszustände, Schmerzzustände nahezu jedweder
Art, chronische Nebenhöhlenentzündungen, Bluthochdruck, aber auch
neurologische Erkrankungen wie etwa die Multiple Sklerose, ebenso Verhaltensstörungen
bei Kindern etc....
Es gab viele berühmte Persönlichkeiten, die sich homöopathisch behandeln ließen: Feldmarschall SCHWARZENBERG, Feldmarschall RADETZKY, MAHATMA GANDHI („Homoeopathy never fails“), Königin ELISABETH II. von England (unter den Leibärzten des englischen Königshauses ist seit jeher auch ein Homöopath) und auch Johann Wolfgang GOETHE, der Hahnemann und der Homöopathie ein schönes Zeugnis ausgestellt hat: “Ich glaube jetzt eifriger denn je an die Lehre des wundersamen Arztes, seitdem ich die Wirkung einer allerkleinsten Gabe so lebhaft gefühlt und immer wieder empfinde.“
Literatur: Vithoulkas, Georgos: Medizin der Zukunft
F. Rambausek: Einführung in die klass. Homöopathie für Laien (Fernlehrgang, zu beziehen beim Humboldt-Fernlehrinstitut, www.humboldt.at)